Ernährung

 

Du bist, was du isst! ist ein bekannter Satz, in dem viel Wahrheit steckt. Über Ernährung wird unglaublich viel geschrieben. Es gibt Tausende von Empfehlungen, was wir essen sollen, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Aber welche Ernährungsform ist für mich die richtige? Hast du dir diese Frage auch schon öfter gestellt?

 

Was soll ich essen?

 

Seit Jahren habe ich mich sehr intensiv mit dem Thema Ernährung beschäftigt. Mir war es immer wichtig, meine Familie mit gesunden Nahrungsmitteln und guten abwechslungsreichen Mahlzeiten zu versorgen. Als Perfektionistin dachte ich mir, ich sammle einfach alle Empfehlungen und setzte sie dann auch alle um. Das muss doch die optimale Ernährung sein, glaubte ich.

 

Schnell habe ich jedoch einsehen müssen, dass es so nicht geht, da es für viele Empfehlung wieder eine entgegengesetzte Meinung gibt. So gelten z.B. Kartoffeln im allgemeinen als gutes basisches und gesundes Lebensmittel. Die anthroposophische Ernährungslehre lehnt Kartoffeln aber als Nachtschattengewächs genau wie Tomaten und Paprika ab. Gerade bei Vegetariern gelten Hülsenfrüchte als gute Eiweissquelle. Für Rohköstler scheiden sie jedoch aus dem Nahrungsangebot aus, da sie gekocht werden müssen. Vegetarier und Veganer verzichten auf den Konsum von Fleisch, in der eiweissbetonten Paleo-Ernährung hat Fleisch wiederum einen hohen Stellenwert.

 

Es gibt noch eine ganze Menge weitere so gegensätzliche Beurteilungen einzelner Lebensmittel. Nimmt man alles heraus, was von irgendeiner Richtung abgelehnt wird, bleibt vermutlich keine grosse Auswahl mehr übrig.

 

Ich habe sehr viel ausprobiert und teilweise meine Familie mit immer wieder neuen Rezepten, z.B. aus der Trennkost, der anthroposophischen Ernährungslehre, Vollwertkost nach Dr. Bruker, eiweissbetonte Ernährung und, und, und… recht überfordert. Für die Dauer war aber keine dieser Ernährungsformen richtig zufriedenstellend. 

 

Irgendwann bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass Ernährung etwas ganz Individuelles ist. Jeder Mensch ist ein Individuum und hat eigene Bedürfnisse. Daher ist es aus meiner Sicht nicht richtig, eine Ernährungsrichtung als die einzig richtige für alle Menschen zu erklären.

 

Allgemeine Empfehlungen für eine gute Ernährung

 

Trotzdem gibt es ein paar Bedingungen, die die Nahrung, die wir zu uns nehmen, auf jeden Fall erfüllen sollte. In allen guten Ernährungsempfehlungen finden sich diese Grundsätze wieder.

 

  • Bevorzugung naturbelassener möglichst unverarbeiteter Nahrungsmittel 
  • Nutzung der Vielfalt des vorhandenen Nahrungsangebotes 
  • Bevorzugung von regionalen und saisonalen Nahrungsmitteln, damit der Energieverbrauch und der Nährstoffverlust durch weite Transporte vermieden wird
  • Verwendung von Nahrungsmitteln aus fairer Produktion, damit wir auch unserer ethischen Verantwortung gerecht werden

 

Neben diesen allgemeinen Bedingungen, die eine gute Ernährung ausmachen, ist es aus meiner Erfahrung wichtig, die individuell passende Mischung zu finden.

 

Wie finde ich die richtige Mischung?

 

Mich haben in den letzten Jahren zwei Ernährungslehren besonders beeindruckt, da sie einen individuellen Weg zeigen. Das eine ist „Metabolic Typing“ und das andere die „5-Elemente Ernährung“. 

 

Metabolic Typing findet mit Hilfe eines mehr oder weniger umfangreichen Fragebogens den individuellen Stoffwechseltyp und die individuell optimalen Anteile von Kohlehydraten, Eiweiss und Fett, wie sie in jeder Mahlzeit zusammengestellt werden sollten. Je nach Stoffwechseltyp ist z.B. der Anteil an Kohlehydraten auf dem Teller grösser oder kleiner. Zurzeit ist eine eher eiweissbetonte und kohlehydratarme  Ernährung sehr beliebt. Es kann sinnvoll sein, herauszufinden, ob damit der eigene Körper wirklich optimal versorgt wird. Eventuell passt dies gar nicht, weil er etwas anderes braucht. Ich bin z.B. als „Kohlehydrattyp“ mit einer zu eiweisslastigen Nahrungszusammenstellung nicht gut zurechtgekommen.

 

Eine noch feinere Anpassungsmöglichkeit an momentane Bedürfnisse bietet die aus der chinesischen Medizin stammende 5-Elemente-Ernährung. Alle Lebensmittel werden dabei gemäss ihren energetischen Qualitäten in verschiedene Gruppen geordnet. Durch eine Einteilung z.B. in wärmende oder kühlende Lebensmittel kann man unterschiedlichen Bedürfnissen sehr gut gerecht werden und die geeigneten Lebensmittel auswählen.

 

Weitere gute Ansätze bieten die Paleo-, Rohkost- und die vegetarische bzw. vegane Ernährung. Gemeinsam ist ihnen, dass Nahrung im Urzustand oder nur wenig verarbeitet bevorzugt wird, weil unsere Erbmasse darauf immer noch programmiert ist.

 

In einer kleinen Artikelserie möchte ich die einzelnen Ernährungsformen und die Quintessenz, die ich daraus für mich gefunden habe, etwas näher vorstellen. Nächste Woche soll als erstes "Metabolic Typing" im Vordergrund stehen. Sei gespannt darauf, durch welche Stoffwechselvorgänge die optimale Zusammensetzung unserer Nahrung bestimmt wird.

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