Nachdem in diesem Winter der Schnee lange hat auf sich warten lassen, ist nun doch noch Laufen bei winterlichen Verhältnissen angesagt. Daher möchte ich in diesem Artikel auf die Besonderheiten beim Laufen im Schnee eingehen.

 

Laufen im Schnee als Krafttraining

 

Für mich ein besonderes Erlebnis ist es immer wieder, durch frisch gefallenen Pulverschnee zu laufen. Der Kraftaufwand ist dabei grösser als beim Laufen auf trockener Strasse. Dafür tut der weiche Schnee durch seine Dämpfung des Aufpralls den Gelenken sehr gut. Da die Beinmuskulatur beim Laufen im Schnee vor allem, wenn der Schnee einige Zentimeter hoch liegt, mehr gefordert wird, ist schon gleich ein Krafttraining für die Beine inklusive. 

 

Winterlandschaft

 

Meistens gibt es solche Tage mit frisch gefallenem Schnee nicht sehr viele. Geniesse dieses Lauferlebnis, wenn du die Gelegenheit hast.

 

Eisige Laufpfade

 

Ist gerade mal etwas Schnee gefallen, wird er schnell zusammengedrückt oder planiert, so dass teilweise eisige Flächen entstehen. Jetzt ist es einerseits wichtig, die richtigen Schuhe dabei zu haben. Trailschuhe mit Profilsohle sind schon sehr hilfreich und geben einen besseren Halt. Reicht dies nicht aus, gibt es auch noch Spikes, eine Art Schneeketten für Schuhe, die man unter die Laufschuhe schnallen kann. 

 

 

Trailschuh

 

Das Laufen im Schnee, wenn dieser bereits eisig geworden ist, stellt jedoch auch höhere Anforderungen an die Aufmerksamkeit und die Koordination. Oft ist die Strasse oder der Weg durch den Schnee- oder Eisbelag nicht ganz eben. Es ist daher Vorsicht geboten, dass der Fuss nach der kleinen Flugphase beim Laufen so auf den Boden auftrifft, dass er nicht umknickt oder ausrutscht.

 

Keine Tempoläufe auf Schnee

 

Bei Schnee solltest du auf jeden Fall auf Tempoläufe verzichten. Das Risiko von Verletzungen ist zu gross. Auch wenn du so wie ich im Januar bereits begonnen hast, schnellere Läufe in dein Training einzubauen, ist es ungünstiger, wenn du aufgrund einer Verletzung in deinem Training zurückgeworfen wirst, als wenn du zu einem langsameren oder Alternativtraining greifst. 

 

Hält eine Schneephase länger an oder lebst du in einer Gegend, die schneereicher ist, gibt es noch die Möglichkeit, schnellere Einheiten auf das Laufband zu verlegen. Ich laufe zwar nicht so gerne auf dem Laufband, da mir das Naturerlebnis fehlt und es mir zu monoton ist. Als ich noch im Appenzeller Land mit einem langen Winter gelebt habe, war dies aber eine gute Alternative. Ansonsten wäre ich in manchen Jahren nicht vor April zu normalen Tempoläufen auf der Strasse gekommen.

 

Warme Kleidung – oder doch nicht zu warm?

 

Ein Problem im Winter ist auch immer die Frage, wieviel man anziehen soll. Grundsätzlich sind mehrere Schichten übereinander nach dem Zwiebelprinzip sinnvoll. Da es bei heftigen Minusgraden meist zu Beginn des Laufes erst einmal recht kalt ist, sind eher mehr Schichten angesagt. Ist man eine Weile gelaufen, wird es dann aber auch schnell warm.

 

Je nachdem wie kälte- oder wärmeempfindlich du bist, musst du selber herausfinden, wie viele Schichten für dich optimal sind. Auf jeden Fall solltest du dich wohl fühlen und nicht erst eine Stunde laufen müssen bis es für dich von der Temperatur her angenehm ist. Beginne also eher mit mehr Kleidungsschichten. Ein warmer und gut durchbluteter Körper ist weniger verletzungsanfällig.

 

Da die Läufe im Winter in der Regel eher langsamer sind, produzierst du dabei nicht ganz so viel Wärme. Etwas wärmere Kleidung gleicht dies aus. Auf jeden Fall gehören eine Kopfbedeckung und Handschuhe zur Winterausrüstung, weil über Kopf und Hände viel Körperwärme verloren geht. Falls es unterwegs wirklich zu warm wird, kannst du beides meist problemlos in die Jackentasche stecken.

 

Atmung durch Mund oder Nase

 

Wenn die Atemluft zu kalt ist, muss sie nach dem Einatmen zuerst einmal auf Körpertemperatur gebracht werden. Dies ist besser bei der Nasenatmung möglich, da der Weg zu den Bronchien länger ist und die Atemluft schon in den Nasenflügeln erwärmt wird. Ist es sehr kalt, solltest du also nur noch durch die Nase atmen.

 

Dies ist auch bereits ein guter Temporegulator. Laufe nur so schnell, dass du noch problemlos durch die Nase atmen kannst. Bei schnelleren Läufen stellt dein Körper automatisch auf die Atmung durch den Mund um, was wir bei Kälte ja nicht wollen.

 

Laufen im Schnee als Naturerlebnis

 

Vor allem an richtig schönen sonnigen Wintertagen ist das Laufen im Schnee ob als Läufer oder Winterwanderer ein Traum! Die Ruhe in der Natur, das Knirschen unter den Füssen bei jedem Schritt, das Glitzern des Schnees in der Sonne und die wunderschöne verschneite Landschaft mit blauem Himmel überdeckt sind Erlebnisse, die ich nicht missen möchte. 

 

 

Schneelandschaft St. Moritz

 

In solchen Momenten denke ich dann auch überhaupt nicht an „Training“. Mir ist es wichtig, mich bewegend in der Natur sein zu können und die Schönheit dieser teilweise noch ganz unberührt scheinenden Natur mit allen meinen Sinnen aufnehmen und geniessen zu dürfen. Ich spüre mich selber dann auch besonders intensiv und bin dankbar, genau zu dieser Zeit an diesem Ort sein zu dürfen. Es ist eine Art natürliches Laufen wie Kinder dies tun, einfach aus Freude an der Bewegung in und mit der Natur. Training passiert dann von alleine!

 

Laufen im Schnee

 

Ich wünsche dir viele solche winterlichen Traumtage. Geniesse sie! Bald schon kommt der Frühling mit anderen, nicht weniger schönen Lauferlebnissen.

 

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