Das Thema Doping war gerade erst bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro in aller Munde. Aber wie sieht es bei Freizeitsportlern aus? Gibt es auch Doping im Freizeitsport und bei Läufern?

 

Doping im Freizeitsport

 

 

Was ist Doping?

 

Unter Doping versteht man die Einnahme von unerlaubten Substanzen und Medikamenten zur Leistungssteigerung. Neben Anabolika und Wachstumshormonen, die den Muskelaufbau unterstützen, ist im Ausdauersport vor allem das Hormon EPO (Erythropoetin) zur Verbesserung der Ausdauer bekannt. Auch Aufputschmittel wie Amphetamine, Ephedrin und Koffein sollen die Leistungsfähgkeit verbessern.

 

EPO fördert die Bildung von roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff transportieren. Die Idee, die hinter der Einnahme steckt, ist, dass durch mehr rote Blutkörperchen mehr Sauerstoff zur Verfügung steht. Durch mehr Sauerstoff steigt die Ausdauerleistungsfähigkeit.

 

Doch was ist die andere Seite, des so positiv klingenden Effekts von EPO? Darüber hinaus führt der höhere Gehalt an roten Blutkörperchen dazu, dass das Blut zähflüssiger wird. Damit verändern sich die Fließeigenschaften. Dies führt zu einem höheren Risiko eines Herzinfarktes oder von Schlaganfällen. Da das zähe Blut nicht mehr durch die feinen Äderchen in das Gehirn, das Herz oder die Lungen fließen kann, werden diese Bereiche nicht mehr versorgt.

 

Stimulierende Mittel wie die Amphetamine wirken auf das zentrale Nervensystem. Sie steigern dadurch die motorische Aktivität und die Risikobereitschaft. Auf diese Weise entsteht die Gefahr, die natürlichen Leistungsgrenzen zu überschreiten, so dass alle Körperreserven aufgebraucht werden. Jedoch merkt der Sportler dies nicht. Die Folge können Erschöpfung, Ohnmacht und im Extremfall sogar der Tod sein.

 

Sportliche Herausforderungen

 

In der heutigen Zeit steigen die Herausforderungen auch für den Freizeitsportler immer mehr. Ein Marathonlauf ist schon nichts Besonderes mehr. Vielmehr sprießen Ultraläufe, bei denen Distanzen über 42 km und meist zusätzlich einige Höhenmeter in anspruchsvollem Gelände bewältigt werden müssen, wie Pilze aus dem Boden. Sie werden immer länger und anspruchsvoller. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb steigt die Beliebtheit von Ultras und besonderen Marathons bei Läufern immer mehr, und sie sind meist schnell ausgebucht.

 

Doping im Freizeitsport

 

 

Aber wie kann ein Läufer, der in der Regel ja auch noch einen 40 Stunden Job und vielfach eine Familie hat, solche Herausforderungen bewältigen? Schon ein „einfacher“ Marathon ist eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen an mehrstündige Bewegung nicht mehr gewöhnt sind. Stattdessen werden viele Stunden am Schreibtisch vor dem PC oder beim Fernsehen verbracht.

 

Einen Marathon zu laufen ist Fleißarbeit. Dies heißt, dass zunächst einmal durch ein längerfristiges regelmäßiges und auf diese Distanz ausgerichtetes Training die Basis gelegt werden muss, um seinen Körper langsam wieder an die ja eigentlich ganz natürliche Bewegung des Laufens zu gewöhnen. Geduld ist gefragt und ein gesundes Körpergefühl, damit es nicht zu Überlastungsschäden kommt.

 

Leider muss in unserer heutigen Zeit alles schnell gehen. Zwei Jahre trainieren bis ich beim Berlin-Marathon glücklich durchs Brandenburger Tor einlaufen kann? Das scheint manchem doch viel zu lange. Möglichst noch im gleichen Jahr soll ein gefinishter Marathon her. Wie gut tut dies dem eigenen Ego, wenn alle Kollegen sehen, dass ich mich durchbeißen kann und letztendlich erfolgreich bin. 

 

Und im Schrank befinden sich doch noch die Tabletten, die kürzlich bei den Kopfschmerzen so gut geholfen haben. Die Schmerzen waren sofort weg. Sicher helfen die genauso gut gegen schmerzende Beine. Dann klappt es auch ganz bestimmt mit dem Marathon.

 

Schmerzmittel für einen Marathon

 

Neben dem klassischen Doping im Freizeitsport  nimmt der Medikamentenmissbrauch ein noch viel größeres Ausmaß ein. Vor allem im Laufsport ist dies erschreckend. Gemäss Umfragen an verschiedenen Laufveranstaltungen greift jeder zweite Läufer im Freizeitbereich vor einem Lauf zu einem Schmerzmittel. Dem im Verlauf z.B. eines Marathons irgendwann auftretenden Belastungsschmerz soll so bereits vorgebeugt werden. 

 

Doch nicht nur im Wettkampf, auch im Training ist die Einnahme von Medikamenten bereits selbstverständlich. Sie soll die Schmerzschwelle und damit die Leistungsfähigkeit erhöhen. Viele Läufer meinen, dass es ohne Schmerzmittel gar nicht geht, einen Marathon zu laufen.

 

Was machen aber Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol oder ASS außer das Schmerzempfinden auszuschalten? Wenn man einmal den Beipackzettel durchliest, ist die Liste der möglichen Nebenwirkungen lang. Dazu gehören

 

  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt
  • Angina Pectoris
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzinfarkt
  • akutes Nierenversagen
  • Schädigung der Leber

 

Darüber hinaus erhöht sich das Risiko von schweren Verletzungen wie Muskel- und Bänderrissen und chronische Entzündungen, wenn das natürliche Schmerzempfinden deaktiviert ist.

 

Medikamentenmissbrauch und Doping im Freizeitsport

 

Im Gegensatz zum Spitzensport gibt es im Freizeitsportbereich keine Kontrollen. Aus diesem Grund ist Doping im Freizeitsport nicht so leicht zu identifizieren. Aufgrund verschiedener Untersuchungen vermuten Forscher aber, dass die Zahl der dopenden Freizeitsportler in Deutschland bei über einer Million liegt. Es gibt also leider auch Doping im Freizeitsport.

 

Noch sehr viel niedriger scheint jedoch die Hemmschwelle für die Einnahme von Schmerzmitteln zu sein, wie die Umfragen gezeigt haben. Wenn rund 50% der Läufer vor dem Marathon ein Medikament einnehmen, um den während des Laufes erwarteten Schmerzen „vorzubeugen“, ist dies eine erschreckend hohe Zahl. 

 

Auch habe ich dieses Thema mehrfach im Bekanntenkreis angesprochen. Zu meiner Überraschung habe ich jedesmal die Bestätigung erhalten, dass praktisch alle Läufer, die er oder sie kennt, etwas nehmen. Tatsächlich scheint sich also die Meinung manifestiert zu haben, dass es anders gar nicht geht.

 

Doch, es geht anders! 

 

Ich finde es sehr schade, wenn Läufer so achtlos mit ihrem Körper umgehen. Trotzdem verstehe ich sehr gut, wenn sich jemand ein herausforderndes Ziel setzt. Erfolgreich und dabei achtsam mit seinem Körper sein sollte aber die Devise heißen.

 

Doping im Freizeitsport muss nicht sein. Es gibt einige andere Möglichkeiten, um erfolgreich zu sein. Dabei bildet die Grundlage natürlich immer ein sinnvolles Training. Eine individuell passende und vitalstoffreiche Ernährung unterstützt dies sehr gut. Darüber hinaus bietet die Naturheilkunde einen großen Fundus an natürlichen Mitteln und Methoden, um leistungsorientierte Ziele zu erreichen. Diese unterstützen Deinen Körper und schaden ihm nicht.

 

In meinen Artikeln stelle ich immer wieder eine Auswahl vor. Da ich selber diesen Weg gegangen bin, weiß ich wovon ich rede. 

 

Trotz allem, wenn Dir Dein Körper signalisiert, dass er nicht will oder nicht mehr leisten kann, sollte es für Dich die oberste Priorität sein, dies ernst zu nehmen. Du hast nur diesen einen Körper und willst doch noch einige Jahrzehnte gut mit ihm leben können. 

 

Also entscheide Dich ganz klar gegen Medikamentenmissbrauch und Doping und sag

 

Medikamentenmissbrauch und Doping im Freizeitsport „nein, danke“!

 

In meinem nächsten Artikel erzähle ich Dir, wie es mir in diesem Jahr mit meinen gesetzten Zielen gegangen ist und warum ich auch einmal „nein“ sagen musste. 

 

 

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