Die Alpenüberquerung von München nach Venedig war für mich nicht nur als Weg eine Herausforderung sondern gleichzeitig ein Experiment, vegan zu Fuß über die Alpen zu gehen.

 

Vegan zu Fuß über die Alpen

 

Die Ausgangssituation

 

Seit einigen Jahren hat sich meine Ernährung immer mehr zu einer pflanzlich vollwertigen veganen Ernährung entwickelt. Nach meinem diesjährigen Frühjahrsfasten habe ich zusätzlich begonnen, nach Möglichkeit auch auf glutenhaltige Nahrungsmittel zu verzichten. Da ich schnell gemerkt habe, dass mir diese Art der Ernährung sehr gut tut, wurden die Ausnahmen immer weniger. Inzwischen lebe ich konsequent vegan und fast vollständig glutenfrei.

 

Nun wollte ich diese Ernährung einmal richtig auf ihre Eignung auch bei größeren sportlichen Herausforderungen testen. Es war daher für mich klar, dass ich vegan zu Fuß über die Alpen von München nach Venedig gehen wollte. Das heißt, dass ich diese Herausforderung mindestens mit rein veganer und möglichst auch glutenfreier Nahrung bewältigen wollte.

 

Verschiedene Fragen stellten sich mir im Vorfeld:

 

  • Werde ich vor allem auf den alpinen Hütten genügend zum Essen finden?
  • Wie werden die Reaktionen sein auf solche „Sonderwünsche“?
  • Wieviel muss ich an Eigenverpflegung mitnehmen, damit ich mich ausreichend ernähren kann?
  • Wird mein Rucksack nicht zu schwer, wenn ich Eigenverpflegung mittrage, statt das zu essen, was es unterwegs gibt?
  • Wie werde ich mich fühlen? Werde ich genügend leistungsfähig sein, um die 550 km und 22’000 Höhenmeter zu bewältigen?

 

Vegan zu Fuß über die Alpen

 

Es standen für mich also zu Beginn meiner Alpenüberquerung einige Fragezeichen im Raum. Das Bergsteigeressen auf den Hütten hatte ich eher als sehr deftig und oft nicht einmal vegetarisch in Erinnerung. In Italien wird es sicher Pasta mit Tomatensoße auch ohne Fleisch geben. Aber dies ist dann nicht glutenfrei.

 

Genau die Kombination aus vegan und glutenfrei schien mir möglicherweise ein Problem zu werden.

 

Einiges war also offen und ich bin auch in dieser Hinsicht in das Abenteuer vegan zu Fuß über die Alpen gestartet. Schließlich verlief es für mich dann aber sehr überraschend.

 

 

Die Vorbereitungen

 

Einige Dinge konnte ich schon vorher zuhause organisieren. So überlegte ich mir, welche Nährstoffe ich unbedingt brauche, die eventuell ein Problem sein könnten. Vor allem beim Eiweiß sah ich die Gefahr, dass ich im Hochgebirge kein ausreichendes Nahrungsangebot mit rein pflanzlichem Eiweiß erhalten würde. Ganz wichtig waren mir auch Antioxidantien, die meinem Körper bei der Regeneration helfen sollten. 

 

Vegan zu Fuß über die Alpen

 

Riegelproduktion

In 3 Riegel-Eigenkreationen mischte ich dann Lupineneiweiß und Naturreis-Protein-Pulver, Amaranth, frischen Ingwer und Kurkuma, Lein- und Chiasamen und verschiedene Nüsse und Trockenfrüchte. Herausgekommen sind sehr schmackhafte und kraftspendende Riegel, die mich gut über die Alpen gebracht haben.

 

Regenerationsdrink

Zusätzlich habe ich noch Hanfeiweiß- und Aroniapulver mitgenommen. Jeden Tag, wenn ich an meinem Ziel angekommen bin, gab es für die gute Regeneration zuerst einmal je einen Teelöffel von beiden in einem halben Liter Wasser. Auch damit erhielt mein Körper zusätzlich Eiweiß und Antioxidantien.

 

Schnelle Mahlzeiten aus dem Rucksack

Damit ich mir, wenn nötig, eine zusätzliche Mahlzeit schnell mit etwas Wasser anrühren konnte, hatte ich einige Portionsbeutel Tischlein Deck Dich“ und „Morgenstund von Peter Jentschura dabei. Dies sind Mischungen aus glutenfreien Getreidesorten wie Hirse, Buchweizen, Quinoa und Amaranth mit getrocknetem Gemüse bzw. Früchten. Dies kombinierte ich noch z.B. mit getrockneten Superfoods, Hummus oder was ich sonst gerade in meinem Rucksack hatte. 

 

VEgan zu Fuß über die Alpen

 

Chia-Kraft-Pudding

Auch Chia-Samen hatte ich noch dabei, die ich ebenfalls mit getrockneten Früchten und Wasser zu einer schnellen, nährstoffreichen und sättigenden Mahlzeit verarbeiten konnte.

 

Zusammen mit Nüssen und Trockenfrüchten und einem selbstgebackenem glutenfreien Brot war das so meine Grundausstattung an Nahrungsmitteln, die ich über die Alpen getragen habe. Unterwegs habe ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor allem frisches Obst und Tomaten gekauft und meine Vorräte an Nüssen und Trockenfrüchten ergänzt. 

 

Die Hüttenverpflegung

 

Dazu kam dann noch das Angebot auf den Hütten. Und über dieses war ich sehr erstaunt. Ich habe tatsächlich immer etwas geeignetes gefunden. Teilweise wurden sogar richtige vegane Gerichte auf der Karte angeboten. Vor allem im Karwendelhaus das Hüttencurry mit Linsen, vegan und glutenfrei, war sehr lecker.

 

In der Lizumer Hütte wurde jeder Gast bereits bei der Ankunft gefragt, ob es für das Essen spezielle Wünsche wie zum Bespiel „vegan“ gibt. Ich habe dort eine Tomatensuppe, einen Salat und Reis (anstelle von Penne) arrabiata bekommen, alles vegan und glutenfrei und sehr schmackhaft.

 

Natürlich gab es auch Hütten, in denen das Angebot nicht so reichhaltig war. Aber eine Gemüsesuppe, einen Salatteller oder auch einmal Pommes frites mit Salat habe ich immer erhalten. 

 

Vegan zu Fuß über die Alpen

 

In Gasthöfen war in der Regel die Flexibilität sogar noch etwas größer. So habe ich mitunter zum Beispiel einen extra für mich erweiterten Salatteller oder Kartoffeln und Gemüse serviert bekommen.

 

Vor allem in den deutschen und österreichischen Hütten waren die Speisekarten oft mit genauen Kennzeichnungen versehen. Vegane und glutenfreie Gerichte waren so direkt zu erkennen. Das hätte ich an so abgelegenen Orten gar nicht erwartet.

 

Vegan zu Fuß über die Alpen

 

Trotz meiner „Sonderwünsche“ bin ich überall wirklich sehr freundlich behandelt worden. Besonders beeindruckt war ich auf zwei italienischen Hütten, als ich das nicht glutenfreie Brot zurückgeschickt habe. Nur wenige Minuten später erhielt ich, ohne dass ich dies erwartet oder danach gefragt hätte, als „Ersatz“ Buchweizen- bzw. Reiswaffeln.

 

Dann war da noch die so gute italienische Pizza. Klar, glutenfrei ist sie nicht. Aber gegen Ende meiner Wanderung konnte ich dann doch nicht widerstehen und habe in Sachen glutenfrei einmal eine Ausnahme gemacht. Auch in einer „normalen“ Pizzeria war es allerdings nicht schwierig, eine vegane Pizza zu bekommen. Von Haus aus vegan ist die „Ur-Pizza“ Pizza Marinara. Sie verzichtet einfach auf den Käse. Es war aber auch kein Problem, eine andere vegetarische Pizza ohne Käse zu bestellen.

 

An allen Tagen habe ich also zusätzlich zu meiner Rucksackverpflegung etwas geeignetes zum Essen bekommen. Das hat meine Erwartungen deutlich übertroffen. Vor allem wurden meine Wünsche als ganz selbstverständlich aufgenommen. Und überall war für mich ein echtes Bemühen spürbar, mir etwas anbieten zu können. Das hat mich sehr gefreut!

 

Vegan zu Fuß über die Alpen – ein Erfolgsrezept

 

Eine große Überraschung war es für mich, wie konstant gut und extrem leistungsfähig ich mich während meiner ganzen Alpenüberquerung gefühlt habe. Mengenmäßig war das, was ich gegessen habe, trotz allem eher wenig, besonders wenn man bedenkt, was ich jeden Tag körperlich geleistet habe. Ich habe daher die verbrauchten Kalorien nicht alle ersetzen können. 

 

Offensichtlich war dies aber gar nicht so schlimm. Die notwendige Energie konnte sich mein Körper aus den vorhandenen Fettreserven nehmen. Ich bin so mit ein paar Kilo weniger Körpergewicht wieder zuhause angekommen.

 

Wichtig waren die Nährstoffe, die mein Körper brauchte, um diese Leistung erbringen und sich jeden Tag schnell erholen zu können. Und mit diesen war ich scheinbar bestens versorgt. Ich hatte keine ständigen Hungergefühle, überhaupt nie einen Leistungseinbruch und jeden Morgen fühlten sich vor allem meine Beine wieder gut erholt und fit an.

 

Und letztendlich habe ich wirklich jeden Tag sehr genossen und mich vollkommen wohl gefühlt

 

Vegan zu Fuß über die Alpen

 

Auch mein schwererer Rucksack war so gut zu verkraften. Ich habe es gerne in Kauf genommen, ein paar Äpfel mitzutragen, wenn mir diese jeweils am Morgen als Frühstück so viel Energie geben.

 

Mein Experiment, vegan zu Fuß über die Alpen zu gehen, war also sehr erfolgreich. Für mich lieferte es den endgültigen Beweis, dass eine pflanzlich vollwertige vegane Ernährung keine Mangelernährung sondern sehr leistungs- und regenerationsfördernd ist. 

 

Wenn der Körper zusätzlich zu der Übersäuerung durch die intensive sportliche Betätigung auch noch säurebildende Nahrungsmittel wie Fleisch, Milchprodukte, Brot oder Pasta zu verarbeiten hat, sind die Stoffwechselsysteme viel mehr gefordert. Ein Verzicht auf säurebildende Nahrungsmittel entlastet ihn dagegen. Die Regeneration geht dann schneller. Eine gute Regeneration ist aber die Grundlage für eine dauerhafte hohe Leistungsfähigkeit.

 

Vegan zu Fuß über die Alpen

 

Vegan zu Fuß über die Alpen ist für mich daher definitiv ein Erfolgsrezept. Es ist gut umzusetzen und hat sich sehr positiv auf die Regeneration und Leistungsfähigkeit ausgewirkt.

 

Eine weitere Unterstützung habe ich meinem Körper durch bestimmte Kombinationen aus homöopathischen Mitteln und Schüßler Salzen gegeben. Wie ich das genau gemacht habe, erfährst Du in meinem nächsten Artikel. 

 

 

 

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