Jetzt in der Adventszeit sind verschiedene Düfte und Gewürze wieder allgegenwärtig. In einer kleinen Serie möchte ich die verschiedene Weihnachtsgewürze ein bisschen näher vorstellen. Den Anfang macht der Zimt, eines meiner Lieblingsgewürze. Er ist wichtiger Bestandteil im Lebkuchen und Glühwein und gibt eine angenehme Wärme in der kalten Jahreszeit. Aber er ist auch Teil des aus der marokkanischen Küche bekannten Ras ElHanout oder vom indischen Curry Garam Masala.

 

ZImt

 

Zimt, eines der ältesten und vielfältigsten Gewürze der Welt

 

Zimt ist eines der ältesten Gewürze der Welt. Zeitweise schätzte man seinen Wert höher als den von Gold. Bereits in der Bibel wird er als Teil des Weihrauchs erwähnt, und er soll sogar bereits seit ca. 2000 Jahren v. Chr. verwendet werden. Die Anwendungen waren dabei schon sehr vielfältig. Überliefert ist zum Beispiel, dass Nero beim Tod seiner Frau Poppäa zu ihren Ehren grosse Zimtfeuer in den Strassen von Rom entzünden liess.

Die Ägypter verwendeten Zimt bei ihren Einbalsamierungen. Schalen mit einer Mischung aus Zimt und Nelken wurden im Mittelalter in Krankenzimmern aufgestellt.

Hildegard von Bingen (1098-1179) kannte Zimt bereits als Heilmittel gegen Gicht.

 

Die Herkunft von Zimt

 

Ursprünglich kommt das Gewürz Zimt aus China und Sri Lanka, dem früheren Ceylon. Dies spiegelt sich noch im Namen Ceylon-Zimt wieder. In China stand Zimt in hohen Ehren, da man glaubte, dass er unsterblich macht.

Über Handelsrouten gelangte dieses Gewürz nach Afrika, von wo arabische Karawanen es weiter nach Norden transportierten. Seine eigentliche Herkunft wurde lange geheim gehalten. Dadurch glaubten die Griechen und Römer der Antike lange Zeit, dass der Zimt aus Arabien stammt.

Heute wird Zimt immer noch hauptsächlich in Südostasien angebaut. Doch auf Madagaskar und in Südamerika findet man ebenfalls Zimt-Plantagen.

 

Der Zimtbaum

 

Der Zimtbaum gehört zu den Lorbeergewächsen. Seine Blätter sehen den Lorbeerblättern sehr ähnlich. Damit der Zimtbaum angebaut werden kann, braucht er eine durchschnittliche Temperatur von 25°C bis 30°C über das ganze Jahr und dazu noch ausreichend Regen.

 

Zimt

 

Ein Zimtbaum kann 200 Jahre alt werden. In Zimtplantagen werden die Zimtbäume zunächst mehrere Jahre wachsen gelassen und dann gekappt. Aus dieser Stelle wachsen jeweils mehrere Triebe, die nach zwei Jahren geschnitten werden. Die Rinde dieser Triebe wird abgeschält und rollt sich während dem Trocknungsprozess zu den uns bekannten „Zimtstangen“.

 

Gewürz und Heilmittel

 

Wir kennen Zimt hauptsächlich als weihnachtliches Gewürz in Zimtsternen und Lebkuchen, allenfalls auch noch bei Milchreis oder Apfelküchlein mit Zucker und Zimt. Er schenkt unserem Körper eine angenehme Wärme in der kalten Jahreszeit und sein Duft sorgt für eine wohlige Atmosphäre in unserem Zuhause.

Aber dieses Gewürz kann noch viel mehr und hat als auch als Heilmittel ganz erstaunliche Fähigkeiten.

       Wirkung bei innerer Kälte und Anspannung

In der 5-Elemente Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Zimt den heißen Nahrungsmitteln zugeordnet. Zum Einsatz kommt er daher vor allem bei Menschen mit innerer Kälte und Anspannung zur Erwärmung und Stärkung.

       Wirkung auf die Verdauungssäfte

Durch seine wärmende Qualität ist Zimt auch ein Verdauungsförderer. Ganz allgemein werden die Verdauungssäfte angeregt. Dies wirkt sich sehr positiv auf Magen- und Darmbeschwerden mit Übelkeit und Durchfall aus.

       Wirkung auf Bakterien, Viren und Pilze

Bereits im Altertum wurde Zimt zur Desinfektion zum Beispiel von Wasser oder bei der Haltbarmachung von Fleisch eingesetzt. Zimtöl hat sich vor allem auch als pilztötend herausgestellt. Ein erstaunliches Experiment mit verschiedenen Brotsorten zeigt dies. Es sollte die Anfälligkeit von Brot auf Schimmelpilze untersucht werden. Verschiedene Brotsorten wurden mit Schimmelpilzen „geimpft“. Wie zu erwarten war, schimmelten die meisten Brotsorten mehr oder weniger schnell. Nur auf den Brotsorten, die Zimt enthielten, wuchs der Schimmelpilz gar nicht oder zumindest sehr viel weniger. Zimt soll bis zu 99% die Entstehung von Schimmelpilz verhindern.

Eine bekannte Anwendung ist auch das Einlegen von Zimtsohlen in Schuhe. Sie sorgen für gut riechende Füße und mindern die Entstehung von Nagel- und Fußpilzinfektionen.

       Wirkung auf den Blutzuckerspiegel

Zimt hat Inhaltsstoffe, die direkt auf die Insulinrezeptoren einwirken und dadurch den Blutzuckerspiegel senken. Dies fand ein Wissenschaftler zufällig heraus, der erwartete, dass ein sehr stark gezuckerter Apfelstrudel den Blutzucker natürlich stark erhöhen wird. Dies war aber nicht der Fall. Da dieser Apfelstrudel ebenfalls Zimt enthielt, vermutete er einen Zusammenhang. Weitere Experimente zeigten, dass ein Apfelstrudel ohne Zimt den Blutzuckerspiegel stark erhöht ein solcher mit Zimt jedoch viel weniger.

In Experimenten konnte inzwischen auch nachgewiesen werden, dass Zimt bei Diabetes Typ 2 dazu beitragen kann, die Insulinausschüttung anzukurbeln und den Blutzuckerspiegel zu senken.

       Wirkung auf die Blutfette

Neben dieser positiven Wirkungen auf den Blutzuckerspiegel, trägt Zimt darüber hinaus auch noch zur Senkung der Triglycerid-, LDL-Cholesterin- und Gesamtcholesterinwerte bei. Er ist damit ein echtes Geschenk der Natur. Wenn wir nämlich Zimt in der oft sehr süßen und fettreichen Weihnachtsbäckerei einsetzen, werden die ungesunden Nachteile dieser Schlemmereien etwas ausgeglichen.

       Wirkung auf die Blutgefäße und den Kreislauf

Weiterhin unterstützt Zimt auch die Blutgefäße und den Kreislauf sehr positiv. Die Gefäße werden erweitert, was den Blutdruck senkt und die Durchblutung steigert. Der Kreislauf stabilisiert sich auf diese Weise. Diese durchblutungsfördernde und dadurch entzündungs- und schmerzhemmende Wirkung zeigt sich auch bei der äußeren Anwendung von Zimtöl zum Beispiel bei Sportverletzungen und Rückenbeschwerden.

 

Zimt nicht nur zu Weihnachten

 

Bei so vielen positiven Eigenschaften lohnt es sich, von diesen auch während des Rest des Jahres zu profitieren. Das Rezept für eine sehr gute Ingwer-Zimt-Salbe, die Du leicht selber machen kannst, möchte ich Dir hier vorstellen.

       Ingwer-Zimt-Salbe

Die Kombination aus Ingwer und Zimt ist optimal für die Durchblutung. Die Ingwer-Zimt-Salbe wärmt kalte Füße und lost Verspannungen. Dazu besteht sie ausschließlich aus ganz natürlichen Zutaten.

Zutaten:

  • 1 daumenlanges Stück frischer Ingwer
  • 3 Stangen Zimt
  • 110 ml Kokosöl
  • 3-4 g Bienenwachs

Herstellung:

Zunächst schneidest Du den Ingwer in feine Scheiben und gibst sie in einen Topf. Die Zimtstangen zerkleinerst Du etwas in einem Mörser und gibst sie dann ebenfalls in den Topf. Dazu kommt das Kokosöl. Bei geringer Hitze stellst Du diese Mischung nun auf den Herd und lässt sie 30 Minuten sanft köcheln.

Anschließend muss dies etwas abkühlen, bevor Du die Mischung durch einen Filter in ein hitzebeständiges Glas füllst. Dazu gibst Du jetzt noch das Bienenwachs. Wenn es nicht von alleine schmilzt, kannst Du es noch einmal kurz ins heiße Wasserbad stellen.

Nun ist die Salbe schon fertig. Du kannst sie in eine Salbendose abfüllen. Dann muss sie nur noch 6 Stunden lang gut abkühlen. Wenn die Salbe fest geworden ist, kannst Du Deine kalten Füße oder Deine verspannten Muskeln damit einreiben.

 

       “Gesunde” Zimtsterne

Und weil sie ja doch vor allem in der Adventszeit so gut schmecken, möchte ich dir auch noch ein Rezept für ganz besonders gesunde Zimtsterne weitergeben. Dieses Rezept ist für mich die ideale Kombination zwischen Genuß und guten nährstoffreichen Zutaten, die den Körper nicht mit zu viel ungesundem Zucker belasten.

Zutaten:

  • 150 g Kokosblütenzucker
  • 150 g gemahlene Mandeln
  • 150 g gemahlene Haselnüsse
  • 50 g gemahlene Walnüsse
  • 2 EL gemahlener Zimt
  • 1 EL geriebene unbehandelte Orangenschale
  • 1 MSP Vanillepulver
  • 7 EL Wasser
  • 1 EL Zitronensaft

Zubereitung:

Zunächst vermischst Du alle trockenen Zutaten miteinander. Das Wasser und der Zitronensaft werden ebenfalls in einem Glas vermischt und dann zu den trockenen Zutaten gegeben. Alles verknetest Du 5 Minuten zu einem festen Teig. Zwischen zwei Frischhaltefolien rollst Du diesen Teig etwas 5 mm dick aus. Aus dieser Teigplatte stichst Du nun mit einer Form Sterne aus und legst diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.

Nun müssen die Sterne noch 4 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen, bevor sie etwa 5 Minuten im auf 220° C vorgeheizten Ofen gebacken werden.

Wenn Du die Sterne gerne noch etwas süßer magst, kannst Du sie noch mit etwas Agavensirup bepinseln. Ein paar Nusskrümel zur Dekoration darüber machen sich ebenfalls gut.

 

Zimt

 

Neben den positiven Wirkungen durch den Zimt in diesen Sternen liefern vor allem die Nüsse viele wertvolle Mineralien wie Magnesium, Calcium und Eisen und Vitamine, zum Beispiel die B-Vitamine und Vitamin E. Da diese die Konzentrationsfähigkeit und die geistige Leistungsfähigkeit fördern, sind diese Zimt-Plätzchen auch während der anderen Jahreszeiten eine gute Zwischenverpflegung. Du kannst sie dann einfach in einer anderen Form ausstechen.

 

 

 

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