Metabolic Typing

 

Es gibt zwei verschiedene Methoden, um mit Hilfe des Metabolic Typing den Ernährungstyp festzustellen. Entweder wird ein sehr umfangreicher Fragebogen mit ca. 200 Fragen eingesetzt oder ein Messgerät mit Namen „EVA“. Ich habe beide Methoden getestet und beide sind in etwa zum gleichen Ergebnis gekommen.

 

Autonomes Nervensystem oder Verbrennungssystem

 

Aus allen gesammelten Daten werden zunächst die jeweiligen Aktivitätsanteile von Sympathikus und Parasympathikus, also den beiden Ästen des Autonomen Nervensystems, und die der beiden Verbrennungstypen Beta- bzw. Glykotyp ermittelt. 

 

Auswertungsergebnisse können z.B. so aussehen:

 

Sympathikustyp:                         40,6%

Balancierter Ernährungstyp:    32,2%

Parasympathikustyp:                  27,2%

 

Betatyp:                                          52,1%

Glykotyp:                                       47,9%

 

In einem zweiten Schritt wird dann bestimmt, welches dieser beiden Systeme das dominante ist, Autonomes Nervensystem oder Verbrennungssystem. Hinweis dafür ist die Grösse des Unterschiedes zwischen den beiden gegensätzlichen Anteilen.

 

In unserem Beispiel ist der Unterschied zwischen Betatyp und Glykotyp nur sehr gering. Der Einfluss von beiden ist mit 52,1% bzw. 47,9% also fast gleich gross. Beim Autonomen Nervensystem dagegen hat der Sympathikus mit 40,6% einen deutlich grösseren Anteil als der Parasympathikus. Auch die ausgeglichenen Merkmale sind eindeutig geringer vorhanden. 

 

Hier bestimmt also das Autonome Nervensystem den Ernährungstyp. In diesem Fall liegt ein Sympathikustyp vor.

 

Die Metabolic Typing Nahrungszusammensetzung

 

Sympathikus- und Betatyp brauchen beide einen höheren Anteil an Kohlenhydraten. Eine optimale Nahrungszusammensetzung sollte ungefähr folgende Verteilung haben:

 

25% eiweissreiche Nahrungsmittel

15% fettreiche Nahrungsmittel und

60% kohlenhydratreiche Nahrungsmittel

 

Beim Parasympathikus- und Glykotyp dagegen ist eine eiweiss- und fettreichere Nahrung günstiger mit rund

 

40% eiweissreiche Nahrungsmittel

30% fettreiche Nahrungsmittel und

30% kohlenhydratreiche Nahrungsmittel

 

Jeweils zwischen Sympathikus- und Betatyp sowie Parasympathikus- und Glykotyp gibt es noch feiner Abstufungen, die bei der Auswahl der optimalen Nahrungsmittel deutlich werden.

 

Optimale Nahrungsmittel zum individuellen Stoffwechseltyp

 

Mit der Metabolic Typing Auswertung erhält man umfangreiche Nahrungsmittellisten für den eigenen Ernährungstyp. Die Nahrungsmittel sind aufgeteilt in ideale, neutrale, nicht-ideale und ungeeignete Nahrungsmittel. Diese Zuordnung ist individuell für den entsprechenden Ernährungstyp. Für einen anderen Ernährungstyp sieht dies wieder ganz anders aus. Natürlich gibt es aber auch ein paar Dinge, wie z.B. Zucker, die generell und damit für alle Ernährungstypen ungeeignet sind.

 

Wenn man sich nun seine Mahlzeiten zusammenstellt, sollten hauptsächlich ideale und neutrale Nahrungsmittel gewählt werden. Die mengenmässigen Anteile orientieren sich an den oben angegebenen Prozentzahlen. Für das Beispiel Kohlenhydrattyp heisst das

 

  • etwas mehr als die Hälfte der Energie sollte aus kohlenhydratreichen 
  • ein Viertel aus eiweissreichen
  • und ein Siebtel aus fettreichen Nahrungsmitteln stammen.

 

In der Nahrungsmittelliste ist bei jedem Nahrungsmittel angegeben, ob es der Kohlenhydrat-, Eiweiss- oder Fettgruppe angehört ist. Natürlich enthält praktisch jedes Nahrungsmittel von allem etwas. Die Zuordnung orientiert sich jedoch an dem hauptsächlichen Nährstoff.

 

Zu jedem Nahrungsmittel gibt es ausserdem eine Angabe in Gramm. Dadurch wird 1 Einheit dieses Nahrungsmittel für den entsprechenden Ernährungstyp definiert. Für den Sympathikustyp sieht dies z.B.so aus

 

Dinkel                   – K –             18g

Birne                     – K –           110g

Gemüsesaft         – K –          300g

Fetakäse               – E –             11g

Hühnerei             – E –             16g

Kabeljau              – E –             33g    

Olivenöl               – F –                1,5g

Mandeln              – F –                2,5g

 

Das Metabolic Typing Rezept

 

Damit die Anteile in jeder Mahlzeit stimmen, ist es im Metallic Typing wichtig, immer gleich viele Teile Kohlehydrate, Eiweiss und Fett entsprechend der Liste zusammenzustellen. Dadurch dass für jedes Nahrungsmittel 1 Einheit schon dem Ernährungstyp entsprechend definiert wurde, stimmt die Gesamtzusammensetzung dann. 

 

Ein Rezept sieht zum Beispiel so aus:

 

Gemüseauflauf (4 Einheiten)

 

1K               86g        Kartoffeln

1/2 K        120g        Lauch    

1/2 K        160g        Sellerieknolle

1/2 K          95g        Zwiebel

1 1/2 K       44g        getrocknetes Vollkornbrot

4E               64g        Eier

3F                  6g        Pinienkerne

1F                   1,5g    Kokosfett   

ausserdem 1 Zehe Knoblauch, 1 Tasse Gemüsebrühe, Salz, Muskatblüte

 

An diesem Rezept sieht man sehr deutlich, dass die Menge an Kohlenhydraten viel grösser ist und wie wenig Fett man bei diesem Ernährungstyp nur braucht.

 

Was macht der Drüsentyp?

 

Bisher haben wir ausschliesslich den Ernährungstyp angesehen. Wenn man sich nur schon an seinem individuellen Ernährungstyp orientiert, tut man bereits das Wichtigste für eine gute Gesundheit, hohe Energie, gute Leistungsfähigkeit und sein Idealgewicht

 

Mit Metabolic Typing erhält man aber auch Angaben zum eigenen Drüsentyp. Vor allem, wenn man mit Übergesicht kämpft, erhält man dadurch zusätzliche Hinweise, die helfen, das Idealgewicht zu erreichen. Zum Beispiel sollte ein Schilddrüsentyp darauf achten, dass er nicht zu viel von folgenden Nahrungsmitteln isst:

 

  • raffinierte Kohlenhydrate (Zucker, Weissmehl) und Alkohol
  • Koffeinhaltiges (Kaffee, Schwarzer Tee, Cocagetränke, Energiedrinks)
  • Obst, Obstsäfte und Honig 

 

Für die anderen Drüsentypen gibt es ebenso Empfehlungen. Es sind genau die im Artikel über die Drüsentypen beschriebenen "Lieblingsnahrungsmittel".

 

Vor allem wenn du dich genug bewegst und sportlich aktiv bist, musst du also nicht ganz auf deine Lieblingsnahrungsmittel verzichten. Aber ein bewussterer Umgang damit ist sicher nicht falsch.

 

Metabolic Typing sinnvoll eingesetzt

 

Wie kann man diese sehr umfangreichen Informationen einer Metabolic Typing Auswertung nun am besten für sich nutzen?

 

Einige Zeit habe ich Rezepte nach den genauen Angaben erstellt und so gekocht. Die Mahlzeiten erschienen mir sehr ausgewogen für mich persönlich. Ich hatte den Eindruck, dass mein Körper nach der Mahlzeit wirklich alles hat, was er braucht. Mit relativ wenig hatte ich längere Zeit keinen Hunger. Auf Naschereien zwischendurch konnte ich gut verzichten, da mein Körper von der letzten Mahlzeit her noch zufrieden war.

 

Das System hat jedoch auch ein paar Nachteile. Vor allem, wenn man für eine Familie kocht, ist es praktisch nicht möglich, dies für alle Familienmitglieder genau richtig umzusetzen, da in der Regel nicht alle dem gleichen Ernährungstyp entsprechen. Die Zusammenstellung der Nahrung ist auch relativ aufwendig. Es entwickelt sich mit der Zeit zwar ein Gefühl für die richtige Kombination. Mir war es auf die Dauer aber zu kopflastig, jede Mahlzeit genau zu analysieren. Essen hat ja auch immer etwas mit Genuss und Gefühl zu tun.

 

Für mich bin ich daher zu dem Schluss gekommen, dass mir das Wissen um meinen Metabolic Typing Ernährungstyp zwar sehr nützlich ist, um eine Richtung für meine Ernährung zu haben. Ich habe z.B. die Erklärung gefunden, warum ich mich mit einer im Sport ja auch häufig empfohlenen sehr eiweisslastigen und kohlenhydratarmen Ernährungsweise nicht wohl fühle. Vegetarische oder auch vegane Ernährung dagegen tun mir sehr gut auch über längere Zeit.

 

Auf jeden Fall kann ich Metallic Typing empfehlen, da es sehr viele physiologische Zusammenhänge im Körper erklärt und für die Ernährung sinnvolle Schlüsse daraus zieht. Gut ist es ganz sicher, den eigenen Ernährungstyp zu kennen und sich daran zu orientieren. In der weiterführenden Literatur gibt es dafür auch einen kurzen Fragebogen, der für die grobe Einteilung reicht. 

 

Falls du jedoch mit Übergewicht kämpfst oder sonstige Probleme mit bestimmten Nahrungsmitteln hast, lohnt es sich, sich tiefer mit Metallic Typing zu beschäftigen. Es ist die Chance, sowohl über die Auswahl der Nahrungsmittel als auch über die mengenmässige Zusammenstellung die genau zu dir passende Ernährungsform zu finden.

 

 

 

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